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Disziplin der Chinesen

Dieses Thema im Forum "Leben in China, chinesische Kultur" wurde erstellt von FireBee, 7 März 2011.

  1. FireBee

    FireBee New Member

    Im Fernsehen habe ich einen Bericht über eine Chinesin gesehen, die ihr Kind mit Strenge und für uns im Westen unbeschreibliche Härte zu immer neuen Höchstleistungen drillt. Ist das wirklich so in China, oder ist das eher die Ausnahme, auf die sich die Medien stürzen?
     
  2. paule

    paule New Member

    Ich bin nur froh, dass meine Eltern eine weit moderatere Einstllung bei der Erziehung von mir und meinen Geschwistern gehabt haben. Wir sind sehr frei erzogen worden und durften uns selbst Hobbys aussuchen.
     
    Walter gefällt das.
  3. Michi74

    Michi74 New Member

    China ist das Land mit den meisten Einwohnern. Wer dort die Nase vorn haben will auf dem Arbeitsmarkt, muss sich mächtig ins Zeug legen. Unter diesem Blickwinkel kann man die Mutter des Kindes schon verstehen. Aus europäischer Sicht wirkt das, zumindest auf mich, eher übertrieben und nicht unbedingt kinderfreundlich.
     
  4. Lifthrasir

    Lifthrasir Member

    Hallo FireBee,

    Diese für uns teilweise "unmenschlich" erscheinende Härte oder Drill, dem schon Kinder unterliegen, beruht auf kulturellen und gesellschaftlichen Hintergründen.

    Kinder müssen in China noch für ihre Eltern sorgen, es gibt zwar schon eine kleine Einheits-Rente für alte Menschen, doch die reicht zum Leben nicht aus. Aus dem Grund möchten Eltern, dass ihre Kinder einen guten Job bekommen um möglichst viel Geld zu verdienen und bei der großen Bevölkerung, wie auch Michi74 schon erwähnte, bedeutet das harter Kampf um unter den Besten zu sein. Traditionell ist es auch so, dass Kinder ihre Eltern gerne Stolz machen möchten und daher meistens sich selber auch diesem "Druck" unterwerfen.
    Dieser traditionelle Aspekt wird in solchen Berichten gerne verschwiegen und passt nicht in den Handel mit schlechten und begehrten Nachrichten des Mainstream-Journalismus.

    Ebenso passt nicht die Nachricht, dass die Kinder zwar einem enormen Lerndruck unterliegen, doch in den Familien die Könige sind, denn jeder Wunsch eines Kindes wird von jedem anderen Familienmitglied erfüllt, oder zumindestens wird versucht dem Wunsch nachzukommen. Und wenn ich von anderen Familienmitgliedern in einer Ein-Kind-Ehe spreche, dann handelt es sich um die Eltern und Eltern des Mannes, denn dies drei Generationen wohnen in China üblich unter einem Dach. Während die Eltern beide arbeiten gehen, kümmern sich die Großeltern um den Nachwuchs und den Haushalt, dabei werden die Großeltern von den Eltern des Enkel/in mitversorgt.

    Der Drill hat aber auch noch einen anderen Hintergrund. China ist zwar der viert größte Staat auf der Welt, etwa flächenmäßig so groß wie Europa, doch beherbergt China mehr Menschen als Europa und Afrika zusammen genommen. Dabei sind weite Teile des Landes als "unbewohnbar" zu bezeichen, sei die Wüste in der inneren Mongolei ebenso aufgezählt, wie die öden Bergregionen des tibetanischen Gebirgzuges und der dazugehörigen Hochebene. Nicht zu vergessen die vielen Wasserflächen durch Flüsse und Seen, die zwar Leben möglich machen, doch eben nicht bewohnt werden können. Auch ist das Land von vielen Gebirgsregionen durchzogen, in/auf denen sich ebenso keine Menschen großartig ansiedeln können.
    Bleibt dem Chinesen also trotz des großen Landes wenig Platz zum Siedeln. Dieser Umstand macht einen gewissen Drill und Gehorsamkeit zwingend notwendig, damit diese für uns unvorstellbaren Massen an Menschen auf den ihnen zur Verfügung stehenden Raum denoch in einem friedlichem Miteinander auskommen können.
    Chinesen sind ein friedfertiges Volk, sie beginnen keine Kriege um ihr Terretorium zu vergrößern, sondern bauen lieber viele hohe Häuser um den Menschen Obdach zu geben. Wir freiliebenden Europäer und besonders die deutsche Nation, die doch schon eine Geschwindikeitsbeschränkung auf der Autobahn als Einmischung des Staates in die Privatatmosphäre und unantastbare Würde des Menschen ansieht, können in diesen Maßnahmen und kulturelle basierenden Einschränkungen eben nur die Einschränkung erkennen, aber nicht die Notwendigkeit...

    ...einen jeden Tag sehenden Gruß vom Lifthrasir aus dem Land der aufgehenden Sonne
     
  5. Walter

    Walter Administrator Mitarbeiter

    Wo wohnen dann eigentlich die Eltern der Frau? Die werden ja auch älter? Solange Grossfamilien üblich waren, ist die Wahrscheinlichkeit einen Sohn und eine Tochter zu haben ja gross, aber bei der Einkindfamilie?
     
  6. Lifthrasir

    Lifthrasir Member

    Da liegt das Problem! Die Eltern der Frau haben zwar ein Zuhause, aber keine Unterstützung. Aus dem Grund wollen Eltern entweder gerne einen Sohn, oder Frauen einen sehr reichem Mann, der dann auch die Eltern der Frau zumindest finanziell unterstützen kann.

    Das zweite Problem kommt dann auf die Regierung oder auf die nicht vorhandenen sozialen Einrichtungen zu. Denn immer mehr ältere Menschen, die nicht versorgt sind, müssen letztendlich doch irgendwie versorgt werden. Altenheime gibt es noch nicht, da sie bis jetzt noch nicht nötig waren/sind. Doch in der Zukunft wird dieser Umstand nach meiner Ansicht zu einem noch nicht kalkulierbaren Problem, denn mit den Ein-Kind-Ehen fallen nicht nur die Versorgungen der Frau-Eltern weg, sondern auch Pflegepersonal für einzurichtende Seniorenheime wird dann wahrscheinlich schwer zu bekommen sein.
     
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