1. Willkommen im Asien-Forum! Registriere Dich kostenlos und diskutiere mit über China, Japan, Thailand, Indien und alle anderen Länderund Kulturen Asiens

Meditation

Dieses Thema im Forum "Asiatische Kultur" wurde erstellt von PatriKo, 28 Februar 2011.

  1. PatriKo

    PatriKo New Member

    Ich finde es bewundernswert, wenn Menschen es schaffen, in dieser schnelllebigen Zeit innere Ruhe zu finden. Man kann sich schnell verzetteln. Deshalb interessiere ich mich für Meditation, die ihre Ursprünge wohl auch im asiatischen Kulturkreis zu haben scheint. Kann mir jemand Tipps für den Einstieg geben?
     
  2. zille22

    zille22 New Member

    Da würde ich nicht alleine rumexperimentieren. Es gibt viele Volkshochschulen, die Kurse in Meditation anbieten. Gerade für berufstätige Menschen, die sich nach Feierabend einer Entspannungstechnik widmen wollen, ist das ein tolles, und vor allem angeleitetes, Angebot.
     
  3. momo

    momo New Member

    Meditation würde ich nicht nur mit Kursen in der VHS gleichsetzen. Die Asiaten fassen diesen Begriff viel weiter. Für mich ist Meditation: Eins werden mit der Welle, auf der ich reite, eins werden mit den Elementen, die mich umgeben, an nichts anderes denken als an das hier und jetzt...
     
  4. LPrader

    LPrader New Member

    Tai Chi ist auch eine gute Möglichkeit, um in unserer eher "schnellen" Zeit zur Ruhe zu kommen. Ich praktiziere schon seit einiger Zeit Tai Chi und möchte diese Übungen in meinem Alltag nicht mehr missen. Meine Lebensqualität hat sich dadurch enorm erhöht.
     
  5. FireBee

    FireBee New Member

    Durch Meditation ist es möglich, das innere Gleichgewicht zu finden und im Fluss zu halten. Die Asiaten haben dies längst vor den Europäern entdeckt. Diese uralten und friedlichen Kulturen sind uns um hunderte von Jahren überlegen, die wenigsten Menschen in der westlichen Welt haben dies begriffen.
     
  6. orchida

    orchida New Member

    Also mir scheint, die Frage von Patriko ist noch nicht ganz beantwortet worden :(Er fragt, wie kann er Meditieren und dazu ist es sicherlich NICHT notwendig einen VHS-Kurs zu besuchen, Blödsinn! :eek: Weshalb sollte man das überhaupt nicht alleine machen dürfen??? :rolleyes:

    Es gibt verschiedene Arten von Meditation, das hängt davon ab, was dir taugt, klar. Am besten fängst du so an, dass du dich hinsetzt, das Licht sollte gedämpft sein und du brauchst Ruhe, also keine Nebengeräusche wie TV oder Radio. Setz dich vor eine Kerze und beobachte die Flamme ein paar Minuten lang. Du kannst auch die Augen dann schließen. Wichtig ist, dass du dich alleine auf deinen Atem konzentrierst. Wenn du jeden Tag auch nur 5 Minuten lang meditierst, merkst du schon nach einer kurzen Zeit, dass deine Konzentration besser geworden ist, du ruhiger bist und klare Gedanken hast.

    Versuch es einfach, würde ich jedem empfehlen. Meditation kann man nicht von Mensch zu Mensch vergleichen, es ist bei jedem Wesen unterschiedlich.
     
    hajurbaba, Lifthrasir und jade gefällt das.
  7. jade

    jade New Member

    Es gibt noch andere Möglichkeiten, man kann zum Beispiel zu einer "wilden" - aber textlosen Musik alleine daheim tanzen ne viertel Stunde lang, und sich danach 15Minuten lang auf seine Matte legen, entspannen, durchatmen. Kann unendlich viel helfen, wenn man den ganzen Tag im Büro macht und tut :)
     
  8. Lifthrasir

    Lifthrasir Member

    Hallo Orchida,

    Leider sind einige Beiträge schon älter und ich weiß nicht ob diese Mitglieder die Antworten noch lesen, vielleicht und hoffentlich kommt etwas mehr Leben in dieses interessante Forum!?!?!?

    Ich habe bisher noch nicht meditiert, hatte noch keinen Draht dazu, aber so wie Du es erklärt hast, klingt es - wie soll ich sagen - machbar? Was ist das Ziel von Meditation? Ist es wichtig sich von allen Gedanken zu befreien und nur auf das "Jetzt" zu konzentrieren? Sich nicht ablenken zu lassen und "ab-zu-schalten"?
    Abschalten fällt mir oft schwer, besonders abends, wenn ich schlafen möchte, dann grübele ich noch oft über dieses und jenes - und schlafe nicht ein.

    Einen wachen Gruß aus dem Land der aufgehenden Sonne vom Lifthrasir
     
    orchida gefällt das.
  9. orchida

    orchida New Member

    Natürlich ist es machbar! Vor allem abends, wenn du - wie du sagst, oft nicht einschlafen kannst. Ärzte verschreiben in diesen Fällen oft Schlaftabletten, was natürlich extremen Einfluss auf den Körper und die Psyche (im Negativen) hat. :eek:

    Das Ziel der Meditation ist - wenn ich das überhaupt so allgemein sagen darf, dass man mehr mit SICH SELBST im Einklang ist, das man seine MITTE findet, BEWUSSTER und KONZENTRIERTER wird, denn die Leute jagen oft hinter irgendwelchen materiellen Gütern hinterher, ohne auf die Verluste des "Ichs" zu achten. :( Man kann das Glück nicht im Äußeren finden, nur in sich selbst. Wie oft mussten wir zusehen, dass Geld nicht glücklich macht. Kennst du das Gefühl, wenn du verliebt bist, aber dein Konto ein Minus anzeigt, du bist trotzdem glücklich, weil sich in deinem Herzen was getan hat? :rolleyes: Das nur als Beispiel.

    Es ist zu Beginn der Meditation schwierig, an NICHTS zu denken, denn gerade dann tauchen im Hirn allerlei Dinge auf. Man sollte auch nicht streng zu sich sein, sondern diese einfach geschehen lassen. Ich schrieb, auf das Ein- und Ausatmen konzentrieren - man lenkt eben die Konzentration auf seinen ATEM, sobald ein Gedanke auftaucht, sollte man diesen einfach als Beobachter von der Seite betrachten und sich wieder auf den Atem konzentrieren. Das ist eigentlich recht einfach. :cool: Es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten, man kann ein Mantra vor sich hersummen. Das bekannteste und einfachste ist das "Oom". Bereits nach einigen Tagen (hängt natürlich von jedem Individuen unterschiedlich ab), ist es möglich, dass der Verstand sich bei der Meditation eher abschaltet und man weniger nervös ist, oder einfach im Leben kreativer wird. Es geht um das eigene BEWUSSTSEIN.
     
    patricia gefällt das.
  10. patricia

    patricia New Member

    Meditation ist überhaupt nicht schwierig oder kompliziert, es ist eigentlich das einfachste at all!! Wir sollten die Leute hier mehr darüber aufklären. Immerhin ist Meditation ein fester Bestandteil der asiatischen Kultur! In der Ruhe liegt die Kraft.....ooooooooohm.
     
  11. Lifthrasir

    Lifthrasir Member

    Okay, so wie Ihr hier Meditation beschreibt ist es nicht schwierig - einzig ich brauche Ruhe dazu, heißt Abgeschiedenheit, Alleinsein...

    ...soetwas habe ich schon auf anderem Wege gemacht. Als ich noch in Deutschland wohnte, war ich in einem Schützenverein, Bogenschützen, meine Vereinskollegen schossen alle Olympische Bögen mit Kontergewichten und Zieleinrichtung m it dem Ziel möglichst alle Pfeile in die Mitte der Zielscheibe zu plazieren. Ich hatte mir in einem Kursus einen traditionellen englischen Langbogen selber gefertigt und später auch den Rest der Ausrüstung und war somit ein Außenseiter.
    Sonntags Morgens ging ich gerne zum Schießplatz und genoß dort mein Alleinsein auf der Bahn. Ich umrundete erst immer den Platz und schaute mir den Wachstum der Pflanzen, Kräuter und Bäume an. Danach begann ich mit dem Schießen, dabei konnte ich den Bogen, der nur aus einem Stück Holz gefertigt ist, nicht lange voll ausgezogen halten, denn ein Holzbogen kann eine so lange Belastung nicht standhalten und würde brechen.
    Mein Schießstil ist daher als "Intinktives Schießen" zu bezeichnen, ohne bewusstes Zielen, ich konzentriere mich dabei auf meine Bewegungen/Atmung und wenn mein Geist der Ansicht war, alles passt, dann flog der Pfeil auch schon. Alles war eine fließende Bewegung abgestimmt mit der Atmung - auch wenn der Pfeil nicht immer ins Schwarze traff, so war für mich nicht das Resultat wichtig, sondern die Handlung --- denn dabei konnte ich alles andere Vergessen. Für mich war es immer ein "Kopf frei machen".

    So wie ich Euch verstehe, ist Meditation ähnlich, wenn nicht sogar gleich!? Kann diese Art des Bogenschießens dann als "meditatives Bogenschießen" bezeichnet werden?
     
    Walter gefällt das.
  12. orchida

    orchida New Member

    Na klar kannst du das so bezeichnen und das bezieht sich eigentlich auf alles, das man konzentriert und bewusst tut, auch die aller kleinsten Tätigkeiten, wie Abspülen zum Beispiel, kann man als meditativ bezeichnen, wenn man das bewusst tut und mit den Gedanken bei der Sache ist. Manche tanzen gerne und verlieren sich darin, ist auch eine Art von Meditation. :)
     
    Lifthrasir gefällt das.
  13. Lifthrasir

    Lifthrasir Member

    Hallo Orchida,

    Aus diesem Zusammenhang kann ich zwei Dinge besser verstehen - oder anders gesagt den Zusammenhang erkennen.

    Einmal habe ich einen Film den ich sehr mag, der Titel ist "Karate Kid", aber der Film/Teil, der mit Jacky Chan gedreht wurde. In dem lehrt ein chinesischer Hausmeister einem kleinen amerikanischen Jungen, der mit seiner alleinerziehenden Mutter nach Beijing gezogen ist, die Kampftechnik KUNG FU, in dem er den Jungen immer wieder die gleichen Bewegungen durchführen lässt - seine Jacke ausziehen, auf den Boden werfen, aufheben, an einen Haken aufhängen, abnehmen und anziehen.
    Der Junge hat eines Tages die Nase voll, denn er denkt der Hausmeister wolle ihm nur "Respekt" beibringen, da der Hausmeister mitbekommen hat, das der Junge Zuhause seine Jacke einfach auf den Boden geworfen hat und seine Mutter respektlos behandelt hat.
    Doch der Hausmeister wollte beides damit erreichen, Bewegungsabläufe für KUNG FU einstudieren und respektvolles Handeln lehren. Der Hausmeister sagte: "Es ist alles KUNG FU, ob wir eine Jacke ausziehen, oder anziehen und auch wenn wir einen Menschen respektvoll behandeln."

    In diesem Zuammenhang wird mir eine "Zeremonie" bewusster --- in Südchina ist es Gang und Gebe --- Kung Fu Tee. Tee der aus kleinen Schalen getrunken wird und in einer Zeremonie mit bestimmten Abläufen zubereitet wird. Die Utensillien für Kung Fu Tee sind in jedem Haus und in jedem Büro zu finden und werden sehr, sehr oft gebraucht um Gäste Willkommen zu heißen. Dabei gibt es auch Verhaltensregeln, die der Gast befolgen sollte --- nach meiner Ansicht ist der Hintergrung seinem Gegenüber "Respekt" zu zeigen. So wie es im chinesischen Alltag viele kleine Gesten gibt um meinen Mitmenschen zu zeigen - "ich respektiere Dich!"

    Und mit dem Verbunden, eine Lehre des ehrenwerten Meister Kong, oder Konfuzius, wie in unserer Kultur bekannt ist. Ein Schüler fragte Meister Kong, warum er immer so zufrieden wirken würde. Meister Kong antwortete darauf: "Wenn ich liege, dann liege ich, wenn ich stehe, dann stehe ich, wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich sitze, dann sitze ich." Der Schüler entgegnete daraufhin, dass er sich ebenso verhalten würde, doch meister Kong antwortet ihm: "Wenn du liegst, dann stehst du schon, wenn du stehst, dann gehst du schon und wenn du gehst, dann sitzt du schon."

    Es ist alles Kung Fu, jede Handlung 100% mit Herz und Hirn ausgeführt ist Meditation und Kung Fu. Wenn ich jetzt noch die Ableitung von Kung Fu hinzunehmen...

    ...Kung Fu kommt von GungFu (kantonesische Sprechweise von GongFu) aus der Bruce Lee Ähra, denn Bruce Lee war Kantonese (geboren in der Nähe von Shunde in der Provinz Guangdong/Kanton). GongFu 功夫 heiß übersetzt "Mühe", doch schon das erste Schriftzeichen setzt sich aus zwei Schriftzeichen zusammen, aus "Arbeit" 工 und "Kraft" 力. Beider verbunden ergeben übersetzt "Macht" 功. Das Zeichen 夫 bedeutet Mann oder Ehemann. GongFu 功夫 wird übersetzt "mit harter Arbeit etwas erreichen"...

    ...dann ist Meditation, etwas mit harter Arbeit zu ereichen, oder frei interpretiert - konzentriert zu arbeiten?
     
    Walter und orchida gefällt das.
  14. orchida

    orchida New Member

    Das hast du schön "gesagt", man kann alles als Meditation bezeichnen, solange man sich in diesem Augenblick gerade jetzt befindet, denn dann ist man befreit von der Zeit, es zählt nicht was gestern war oder morgen sein wird, sondern jetzt dieser Augenblick, der Weg ist das Ziel also. Wenn man das öfters tut, stellt sich das schon automatisch ein und man belastet sich immer weniger mit der Vergangenheit oder Zukunft, man wird fähiger zu unterscheiden, was einem gut tut und was nicht. Man lernt sozusagen auf sein Inneres zu hören und nicht auf den Verstand.
     
  15. jade

    jade New Member

    Es gibt noch eine einfache Übung für Anfänger, man beobachtet einfach eine Tasse, schaut sie sich genau an, guckt, wie sie gefertigt wurde, aus welchen Materialen, welche Wölbungen hat sie, beobachtet die Farben, ohne zu urteilen, ohne es unbedingt schön oder häßlich zu finden. Das hilft einem, freier von Urteilen zu werden, seine Konzentration zu stärken, weil man sich 5-10 Minuten lang eben nur auf diese Tasse konzentriert hat und nicht auf seine (meistens lästigen) Gedanken.
     

Diese Seite empfehlen

  1. Diese Seite verwendet Cookies. Wenn du dich weiterhin auf dieser Seite aufhältst, akzeptierst du unseren Einsatz von Cookies.
    Information ausblenden