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Lifthrasir

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Über Lifthrasir

  • Geburtstag 03.05.1965

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    Dongsheng/Zhongshan
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    Vice General Manager - Project Manager

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  1. Hallo Elvis, Die drei Schriftzeichen des ersten Bildes (jpg.1) bedeuten etwa so etwas wie "leichte Musik", also langsame Musik. Die anderen scheinen Südkoreanischer Abstammung zu sein, da kann ich nicht weiter helfen. Gruß Lifthrasir
  2. Hallo Constantin, Dieses Asienforum ist ein gutes Forum - nicht quantitativ, sondern qualitativ. Das Forum mag nicht so stark besucht sein, doch dafür sind die Leute in Ordnung - besonders der Administrator - ihm hast Du es zu verdanken, das ich relativ schnell antworte. Eigentlich wäre die Antwort heute Morgen schon fällig gewesen, doch aus welchem Grund auch immer, konnte ich nicht im Forum antworten. Deswegen hatte ich Dir eine Profilnachricht geschrieben. Die Schriftzeichen sind chinesische Schriftzeichen und stellen eine poetische Dichtung zum Sonnenaufgang dar. Typisch chinesisch ist es, ein Gedicht oder Sprichwort in 4 Schriftzeichen zu verfassen. Bei einem Beispiel handelt es sich also um einen Zweizeiler. Frei übersetzt bedeutet es wahrscheinlich: "Rosa Wolken verdecken den goldenen Schein der Sonne und bläuen den Himmel und die Wolken. Wahrscheinlich deswegen, weil ich einmal auf die Hilfe von chinesischen Freunden angewiesen bin, die versuchten das Gedicht in die englische Sprache zu übersetzen. Und ich übersetzte es dann in die Deutsche Sprache. Chinesische Schriftzeichen können im Verbund mit anderen Schriftzeichen auf viele Arten gedeutet werden und ein Gedicht, oder eine Gedichtzeile mit 4 Schriftzeichen kann auch dem Sinn des Schreibers nach eine völlig andere Bedeutung haben, als der Leser daraus erkennt. Aus dem Grund hat mein Freund vielleicht schon nicht die richtige Übersetzung getroffen. Chinesen verwenden etwa 6000 Schriftzeichen, für den alltäglichen Gebrauch reichen etwa 3500 Schriftzeichen aus. Nicht jeder Chinese kennt alle Schriftzeichen. Das erste, das dritte und das sechste Schriftzeichen sind solche nicht allgemein gebräuchliche Schriftzeichen, also welche von den 2500 Zeichen, die nicht so alltäglich sind. Chinesisch ist eine Sprache der Kombination, der richtige Sinn kann erst in ganzen Sätzen wirklich verstanden werden, je länger die Sätze, desto einfacher die Kombination zum richtigen Verständnis. $ Schriftzeichen sind kein richtiger Satz, daher ist eine Kombination zum sinnvollen Verständnis schwer und lässt viele Interpretationen offen - halt chinesische Dicht-Kunst. Wenn Du mir eine E-Mailadresse gibst, kann ich Dir eine Word oder PDF Datei mit den Schriftzeichen und der Übersetzung zusenden - aber erst Morgen wieder, weil ich die Word Datei in einem anderen Laptop abgespeichert habe. Grüße aus Zhongshan - Südchina
  3. Hallo Ulrike, Facebook, Youtube und Co sind in China nicht zugänglich, was ich persönlich nicht unbedingt als Nachteil ansehe, aber andere Zeitgenossen es als Einschränkung der Freiheit bewerten. Die Webseite kann ich öffnen und werde mal in Ruhe dort stöbern. Zurzeit habe ich wenig Muse dazu, denn die Arbeit ruft ständig und ich bin auf einer Geschäftsreise durch Osteuropa. Magst Du die eine oder andere persönlich erfahrene Geschichte, die nicht in der Zeitung zu finden ist, mit uns teilen? Ich kann mir vorstellen das Du wertvolle Erfahrungen gemacht hast. Liebe Grüße zurzeit aus Bratislava! Lifthrasir
  4. Hallo Ulrike! Ich finde Deine Arbeit sehr wichtig! Leider überwiegen in der allgemeinen Presse die negativen Schlagzeilen und geben nach meiner Meinung ein völlig negativ verschobenes Bild dieses interessanten Landes wieder. Wenn Du seit 25 Jahren China bereist, dann hast Du bestimmt die enorme Entwicklung und die enormen Unterschiede mit eigenen Augen sehen können - das müssen sehr wertvolle Erfahrungen sein. Ich habe einen Freund, einen deutschen Industrie Designer, der China vor etwa 18 Jahren das erste mal besucht hat und eine Bekannte, die geschäftlich auch in etwa vor 20-25 Jahren das erste mal nach China kam. Was die beiden zu berichten haben ist schon interessant. Noch mehr Einblicke geben natürlich die Erzählungen meiner chinesischen Freunde. Gibt es eine Webseite zu der Zeitung für die Du arbeitest? Ich würde gerne mehr über Deine Arbeit erfahren. Liebe Grüße aus dem Land der aufgehenden Sonne vom Lifthrasir
  5. Gruesse aus Nepal!

  6. Hallo Laoshi, Chengdu/Sichuan, die Sichuan Provinz ist auch eines unserer erwünschten Reiseziele. Ich habe einen Freund der kommt aus Chengdu. Ein Kollege von mir hat mir auch schon viel von Sichuan vorgeschwärmt, ist diese Provinz doch nicht nur die Heimat der Panda Bären, sondern wahrscheinlich eine der Artenreichsten Provinzen Chinas was Flora und Fauna zu geben hat. Aus der Shandong Provinz habe ich zwei Freunde, wobei Lee Li mir wie ein Bruder ist. Qingdao ist natürlich nicht nur wegen des Bieres Tsingdao bekannt, sondern auch wegen der deutschen Baukunst. Erst jetzt wieder hoch gelobt - die Abwasserkanäle der Deutschen in Qingdao, denn Aufgrund zu klein dimensionierter Abwasserkanäle oder teilweise ganz fehlenden, sind vor drei Tagen bei starken Regenfällen die Strassen in Beijing so überflutet worde, das 67 Menschen den Tod fanden, einige davon sind in ihren Autos ertrunken, weil sie in überflutete Senken in die Falle geraten sind. Tibet ist natürlich auch ein Reiseziel was nach meiner Meinung einmal besichtigt werden müsste - mit Tibet ist natürlich in erster Linie der Himalaya gemeint. 2007 hatte ich die Chance durch einen beruflichen Auftrag nach Pakistan und Indien in Salzberkwerke im Himalaya zu kommen, doch das Auswärtige Amt riet von dem Besuch Aufgrund gefährlicher Lage für Ausländer ab, so wurden die dortigen Kontrollen durch ansäßige Personen durchgeführt. Zu Sanya der südlichsten Stadt Chinas auf der Insel Hainan ist zu sagen, das der Südseeflair natürlich sehenswert ist, aber als solches doch die verbreitete Meinung der Chinesen dahin anwächst, das speziell in Sanya der Touristennepp immer mehr zunimmt und so die Urlaubsstimmung trübt. Es gibt vom Festland her Geheimtips wie eine Insel, die über eine Brücke mit dem Auto zu erreichen ist, die Stadt heißt Zhapo Zhen und liegt etwa in der Mitte zwischen Hainan und Macao. Hong Kong habe ich schon so oft besucht, besuchen müssen, das ich es schon als Reiseziel nicht mehr mitzähle. Als ich noch für eine deutsche Firma tätig war, bin ich mit Cathay Pacific Frankfurt - Hong Kong geflogen und alle Jahre wieder zur Leuchtenmesse nach Hong Kong Ende Oktober. Ein Ziel was bei uns ganz oben auf der Liste steht sind die Huangshan in der Anhui Provinz. Reiseberichte sagen, es gibt 5 Berge die den Buddhisten heilig sind, wer die Berge besucht hat, muss keine anderen Berge in China besuchen - doch wer die Gelben Berge besucht hat, kann sich die 5 Heiligen Berge auch sparen. Das größte Problem ist nur, wenn wir Zeit zum Reisen haben, dann haben die meisten Chinesen auch Zeit zum Reisen und so sind dann oft an ganz bestimmten und beliebten Ausflugszielen Meere von schwarzen Haaren zu sehen... ...so ist China! Ich liebe es! Einen herzlichen Gruß aus dem zurzeit vom Taifun Vincent gebeutelten Zhongshan in die Heimat.
  7. Ich muss ehrlich gestehen, mir ist das immer noch ein Rätsel, besonders wenn ich einige Schriftzeichen sehe, die sehr kompliziert sind oder sich von anderen Schriftzeichen nur in kleinen Details unterscheiden. Die chinesische Schrift hat sich aus Bildern entwickelt, die vereinfacht und stilisiert dargestellt wurden. zum anderen gibt es bestimmte Regeln des Schreibens, immer erst von oben nach unten und von links nach rechts malend, entsteht ein Schriftzeichen. Chinesen können "lesen" indem sie die Zeichen in der Hand "malen", der Gegenüber erkennt durch die Fingerbewegung das gemeinte Zeichten fast immer - auch das wundert mich immer noch!
  8. Zum Thema FengShui (Wind/Wasser) kann ich aus meine Erfahrungen folgendes berichten. Friedhöfe werden streng nach den Regeln des FengShui eingerichtet, im Norden muss ein Berg sein und im Süden Wasser in Form eines Sees oder eines Flusses. Wohnsiedlungen werden ebenso wie Wohnungen nach den Regeln des FengShui erbaut und Nord-Südlich ausgerichtet. In Shanghai gibt es eine Wohnsiedlung, die von deutschen Architekten nach modernsten Erkenntnissen entworfen wurde - und eine Geisterstadt ist und bleibt --- weil die Wohnungen Ost-West ausgerichtet sind, die Architekten also nicht die chinesische Kultur und somit die Regeln des FengShui beachtet haben. Büros werden nach den Regeln des FengShui eingerichtet. Bei einer Firma, die keinen Erfolg hatte, wurde das Büro des Chefs mit Hilfe eines FengShui Beraters umgestellt. Wenn Die Bauweise (Türen-Fenster) eine vollständig optimale Lösung nicht zulassen, werden oft Raumteiler, Aquarien (sowieso ein sehr starkes FengShui Element in Büros, bei dem selbst die Auswahl der Fische wichtig ist) Büsten (bestimmter Politiker oder hoher und wichtiger Personen oder Gottheiten wie den dickbäuchigen Buddha WuFu oder dem Krieger GuangGong, bei denen selbst das Material der Büsten entscheidend sein kann) und bestimmte Pflanzen eingesetzt um die Atmosphäre zu optimieren. FengShui Berater werden selbst bei der Gestalltung einer Visitenkarte aufgesucht, oder bei der Namensgebung von Kindern oder Firmen. FengShui ist ein lebendiger Teil der chinesischen Kultur uns allgegenwärtig. FengShui durchwebt den Alltag und Besonderheiten gleichermaßen.
  9. Hallo Walter, Bisher habe ich noch nicht so viel vom Tod mitbekommen. Die Zahl 4 klingt ausgesprochen ähnlich wie "Tod", das stimmt und aus dem Grund ist die Zahl 4 eine Unglückszahl. Manche Hotels haben keinen 4. Stock, sondern 3 - 3a - 5 oder fangen gar erst im 5. Stock an, weil die unteren Geschosse Geschäftsräume und/oder Maschinen und Logistik Räume beherbergen. Auf dem Land werden Tote ähnlich wie bei uns begraben, der Tote wird in seinem Haus zuerst aufgebart und alle Verwandten können sich verabschieden. Ich habe einer Bestattung in ländlicher Gegend in der Hunan Provinz beiwohnen können. Kurz vor dem chinesischen Frühlingsfest dieses Jahres ist ein Großvater meiner Partnerin verstorben. Die Trauernden tragen weiße Kleidung, oder Gewänder oder zumindest weiße Bänder oder Schleier. Der Großvater wurde im Sarg von mehreren sich abwechselnden Trägern vom Haus bis zum Bestattungsort getragen. Die Verwandten gingen Rückwärts gehend vor dem Sarg her um so dem Verstorbenen ihre Ehrfurcht zu zeigen. Auf dem Sarg war ein Hahn festgebunden. Hinter dem Sarg ging der Rest der Trauergemeinde, eine Kapelle und eine Gruppe, die einen Drachentanz mit einer langen Drachenfigur an Stöcken vollführten. Die Chinesen bezeichnen sich selbst als Kinder des Drachen und der Drache soll die Seele des Toten auf ihrem Weg ins Jenseits beschützen. Während des Weges wurden immer wieder Chinaböller angezündet um alles Böse auf dem Weg zu vertreiben. Nachdem am Grab einige Reden gehalten wurden und der Sarg der Erde übergeben wurde, löste sich der Trauerzug auf. Am 4.April jedes Jahres wird den Toten gedacht. Dazu begibt sich die Familie zur Grabstätte und verbrennt symbolisch Häuser, Autos und Geld auf Papier gedruckt, damit der Reichtum den Verstorbenen erreicht. Üblich ist es auch einen Ahnenaltar im Haus zu pflegen. Einem kleinen offenen Schrank gleich, werden Räucherstäbchen und Lichter in Form von Kerzen oder kleinen Lampen aufgestellt und eine Schale mit frischen Obst steht ebenfalls stets in dem Tabernakel. Teilweise zieren auch Bilder der Verstorbenen der Familie den Ahnenschrein, der wenn möglich im Süden postiert wird. An Stellen, an denen Menschen bei Unfällen sterben, sehe ich öfters, wahrscheinlich zum Jahrestag des Unglücks, Verwandte, die den Toten dort gedenken indem sie Räucherstäbchen entzünden und Obst an den Stellen nieder legen. Ob Bestattern nachgesagt wird, das ihnen Unglück anhaftet kann ich nicht bestätigen oder dementieren, aber ich werde mich umhören und dann später wahrscheinlich mehr dazu schreiben können.
  10. Hallo ChinaHamburg, Nein, China hat nicht exakt so viele Einwohner wie Europa und Afrika zusammen, aber annähernd. 2006 lagen die offiziellen Zahlen bei 1,3 Milliarden, setze ich die Zuwachsrate mit nur 5% jährlich an, sind es heute um die 1,6 Millarden - offiziel. Die Dunkelziffer dürfte noch höher liegen. Das Problem das Jungen beliebter als Mädchen sind, ist eben der Grund der Altersversorgung, denn normaler Weise zieht eine Tochter zu den Eltern des Mannes, pflegt und kümmert sich mit um die Eltern des Mannes - die Eltern der Frau bleiben dabei oft unberücksichtigt und alleine. Aus dem Grund schon, wollen die meisten Ehepaare einen Jungen um im Alter sicher versorgt zu sein. Ehepaare die auf dem Lande wohnen oder grundsätzlich Ehepaare aus denen beide Ehepartner aus einer Einkindehe kommen, dürfen zwei Kinder haben, egal ob sie dann auf dem Land oder in der Stadt wohnen. Oft gibt es Schlupflöcher, so zum Beispiel kenne ich einige Familien aus dem Bekanntenkreis, wo beide Ehepartner aus unterschiedlichen Provinzen kommen und ein Kind in der Provinz des Mannes und das zweite Kind in der Provinz der Mutter angemeldet werde. Trotz moderner Technik sind die Provinzen untereinander nicht oder noch nicht vernetzt und Daten können schwer oder fast gar nicht ausgetauscht werden. Ich stimme Dir zu, der Leistungsdruck auf den Kindern ist enorm, Erwartungen wie mindestens eine Eigentumswohnung bei den steigenden Preisen führen zu starkem Leistungsdruck. Oft werden Kinder auf Privat-Schulen geschickt, was natürlich auch wieder mehr Geld kostet, damit sie eine bessere Ausbildung, besonders in Fremdsprachen bekommen um dann wieder einen besseren Job zu bekommen und selbst mehr Geld zu verdienen. Oder Ehepaare, die aus ärmeren Provinzen in die Industriereichen Provinzen kommen, um dort Arbeit zu finden, müssen ihre Kinder in Privat-Schulen unterbringen, da sie als "Gäste" in der Provinz keine Rechte auf staatliche Förderung haben und ihre Kinder somit nicht in staatlichen Schulen untergebracht werden können.
  11. Hallo Laoshi, Willkommen im Forum! Danke für Deine lieben Worte! Darf ich fragen aus welcher Provinz Deine Frau kommt? Reist ihr nur in die Heimatstadt Deiner Frau oder habt ihr auch schon andere Orte in China besucht? Ich selbst habe seit Oktober 2010 eine chinesische Lebenspartnerin. Wir möchten heiraten, doch ist es nicht ganz so einfach, das wir beide schon mal verheiratet waren. Bisher abe ich Shanghai, Hangzhou (Zhejiang Provinz), Changzhou (Jiangsu Provinz), Ji'an und Jinggangshan (Jiangxi Provinz), Guilin/Jiangshou und Jinchengjiang (Guangxi Provinz), Sanya (Hainan) und letzte Woche sind wir in Hohhot (Innere Mongolei) gewesen und haben auch einen viertägigen Kurztrip durch die Mongolei hinter uns. NAtürlich war ich auch in der Hunan Provinz, denn meine Partnerin kommt von dort, aus einem kleinen Ort Loudi etwa 3-4 Autostunden westlich von Changsha und etwa 1-2 Autostunden von Shaoshan, dem Geburtsort von Mao Zedong. Dein Bild aus Guilin - JiangShou kenne ich auch, wir waren nur im Januar dort, nicht ganz so schön, dafür auch touristisch nicht überfüllt. Liebe Grüße aus Zhongshan!
  12. Vorgestern war Vollmond, für uns bedeutet das nichts wirklich Besonderes, in China war dieser Tag das Ende der Festlchkeiten um das chinesische Frühlingsfest, das üblicherweise vom Neumond bis zum nächsten Vollmond andauert, also 15 Tage. Vorgestern war dieser 15. Tag des Vollmond im neuen chinesischen Jahr. Meine Freundin und ich hatten an dem Abend keine Lust zu kochen und wollten in ein beliebtes Restaurant um die Ecke gehen. Als wir auf einen freien Tisch zusteuerten, hörte ich das jemand meinen chinesischen Namen rief. Die Tochter eines befreundeten Chefes, in dessen Fabrik ich auch mein Büro habe, saß dort und ich begrüßte sie erst einmal. Nachdem wir etwas geplaudert hatten und ich mich von ihr verabschiedet hatte wollten meine Freundin und ich uns einen neuen freien Tisch suchen, denn der freie Tisch den wir vorher gesehen hatten, war jetzt belegt. Plötzlich klopfte mir jemand auf die Schulter, der stellvertretende Manager der Fabrik, wo ich mein Büro habe, stand hinter mir und lud meine Freundin und mich ein, gemeinsam mit ein paar anderen Managern der Fabrik und deren Familienangehörigen, den letzten Tag des Frühlingsfestes zu feiern und mit ihnen gemeinsam zu Essen. An diesem Tag sitzt normal die Familie wieder zusammen und es wird ein besonderer Augenmerk daruf gelegt, etwas zu kredenzen das rund ist, denn damit wird ähnlich wie beim Mondfest der runde Vollmond symbolisiert. Apfelsinen, Äpfel, Weintrauben gehören zu den Dingen, die den Tisch nicht nur zieren, sondern auch zum Verzehr dargeboten werden. Natürlich wird nicht nur rundes Obst gereicht, sondern auch normale chinesische Spreisen, die wir an einem runden Tisch in einer großen Runde gemeinsam genießen konnten. Zum Schluss gibt es eine Süßspeise, wie eine Suppe in der kleine süße Klöse mit einer süßen Füllung schwimmen, die sind nur mit Essstäbchen etwas schwer zu "fangen". So hatten wir das Glück den letzten Tag des chinesischen Frühlingsfestes traditionell zu beenden und ich bin wieder um einer Erfahrung reicher. Das Leben in diesem Land is(s)t ganz anders und wird auch ganz anders gefeiert als in meiner Heimat. Trotzdem ich nun schon 7 Jahre in China bin, gibt es immer noch etwas Neues zu erleben und ich bin dankbar, das ich mtten drin sein darf und von meinen Mitmenschen so herzlich angenommen werde. In diesem Sinne wünsche ich allen in der Runde des Asien Forum ein glückliches neues Jahr des Drachen!
  13. Ein kleiner Erlebnisbericht Das chinesische Frühlingsfest ist nun fast vorüber. Dieses Jahr hatten meine Freundin und ich geplant während des Frühlingsfestes in den Heimatort meiner Freundin zu reisen, ein klitzekleines Dörfchen in der Hunan Provinz etwa 2 Autostunden westlich von Loudi und 5 Autostunden westlich von der Provinzhauptstadt Changsha entfernt. Geplant war mit dem Zug zu fahren, doch Zugtickets sind sehr schwer zu bekommen, dass mussten wir auch feststellen. Bis zum Fest waren alle Plätze ausgebucht, selbst Tickets für Stehplätze waren ausverkauft, wir hatten nur noch Plätze für einen Zug, der während der Nacht des Festtages fuhr, also so als wenn wir in der Silvesternacht verreisen würden. Doch meistens kommt es anders als geplant, so such bei uns. Der Großvater mütterlicher Seite ist kurz vor dem Fest in einem Alter von 86 Jahren erstorben, meine Freundin wollte natürlich bei der Beerdigung dabei sein. Da aber bekanntlich kein Zugticket zu bekommen war, haben wir andere Wege gesucht. der letzte, wirklich aller letzte Weg war ein Auto zu mieten, das letzte Auto in einer Umgebung von 100Km war dann unser Glück. Nachdem wir dann das Auto abgeholt hatten und unsere 8 Sachen verladen hatten, haben wir uns früh morgens auf den Weg in Richtung Norden gemacht. Die ersten Stunden lief alles reibungslos, doch am Vormittag konnte ich dann wirklich hautnah miterleben was es heißt wenn eine Nation in Bewegung gerät --- denn es bewegte sich nichts mehr auf der Autobahn. Die Autobahn G4 von Guangzhou nach Changsha war total überlasstet mit all den Chinesen, die wie wir, kein Ticket für Bus oder Bahn bekommen hatten und entweder mit Mietwagen oder eigenen Wagen auch in Richtung Norden unterwegs waren. Dabei ist die G4 die wichtigste Nord-Süd Verbindung zur Guangdong Provinz und somit die einzige direkte Verbindung zu fast allen anderen Provinzen in China. Bis dato hatte ich viel über Reisen während der Zeit des Frühlingsfestes gehört, aber ich kann Euch sagen, alle Vorstellungen die wir Europäer uns machen, treffen nicht im Geringsten die chinesische Realität. Für etwa 400km Wegstrecke haben wir mehr als 14 Stunden benötigt und konnten dann für den Rest des Weges nordwestlich aus dem Hauptstrom ausbrechen. Die neue Marschrichtung und die fortgeschrittene Zeit des Tages bescherrten uns zwar freiere Strassen, doch teilweise können die Strassen, die wir befuhren, weder als Strasse noch als Feldweg bezeichnet werden. Eine Provinzstrasse, die zum Vergleich den Level einer Landesstrase inne hat, konnten wir auf 50km mit maximal 20km/h befahren - äh berütteln wäre der bessere Ausdruck, denn hier reihten sich nicht Autos an Autos, sondern Schlaglöcher an Bodenwellen. Den letzten Rest der Strecke bewältigten wir auf Betonpisten, die sich in haarnadel-fömigen Windungen ohne schmückende Randbefestigung oder Leitplanken in die Berglandschaft schmiegten und oft nur einem Auto an Breite boten. Nach einer etwa 30stündigen Reise für 900km waren wir denoch pünktlich zur Beerdigung am Ziel eingetroffen. Das Haus der Großeltern mit Stallungen für Schwein und Hühner sowie einem Plumpskloh hinter dem Haus. Der Friedhof, typisch chinesisch an einem Berghang, denn auch hier wird Feng Shui beachtet. Während der Trauerzeremonie habe ich aus verständlichen Gründen keine Bilder gemacht. Anders als in Europa, tragen die Trauernden weiß als Farbe der Trauer. Ich wurde gleich bei der Ankunft in den Familienkreis mit auf genommen und trug so auch einen weißen Umhang. Die Familie läuft rückwärtsgehend vor dem Sarg her, der von vielen Trägern abwechselnd vom Haus des Verstorbenen zum Friedhof getragen wird. Dabei wird der Sarg unter einem Baumstamm gebunden. Hinter dem Trauerzug gesellt sich eine Kapelle und eine Gruppe, die einen langen Papierdrachen an Stangen geführt (so wie es im Fernsehen oft gezeigt wird) mitträgt. Chinesen bezeichnen sich als Kinder der Drachen, daher ist der Drache ein mystisch heiliges Tier und wird sehr verehrt. Der Drache versinnbildlich bei der Beerdigung den Schutz des Toten während der Reise aus der Welt der Lebenden in die Welt der Toten. Während des Trauermarsches drücken einige Verwandte gegen die Träger, gegen den Sarg, um sinnildlich so ihre Trauer zum Ausdruck zu bringen, indem sie gerne verhindern möchten, das der Verstorbene den Weg ins Totenreich antritt. Die Quelle hinter dem Haus aus dem Berg gespeist, an der ich mich morgens gewaschen habe (bei den Temperaturen besser als jeder Kaffee oder sonstige Muntermacher) und aus der auch das Trinkwasser geholt wird. Das Haus der Großeltern ist etwas vom Dorf abgelegen, es gibt einen Stromanschluss und fleißend Wasser in Form einer Quelle hinter dem Haus. Der Anschluss an das Stromnetz machen den Luxus von elektrischem Licht, den Gebrauch eines Kühlschrankes und eines Ferhnsehers möglich, der dann auch mit als einzige Freizeitbeschäftigung neben dem Majiang Spielen gilt, wenn Freizeit vorhanden ist. In dem Hauptraum, in dem Gekocht, Gegessen, Fernseh geguckt und auch geschlafen wird, gibt es einen quadratischen Tisch um den sich die Familie versammelt. Nicht nur weil es meistens auf dem Tisch irgend etwas zum Essen gibt (zwischen den Mahlzeiten werden häufig Erdnüsse oder Sonnenblumenkerne geknackt und geknabbert), sondern auch weil unter dem Tisch ein Heizstrahler oder ein tragbarer Kohleofen steht. Die Tischdecke reicht bis zum Boden und wird sich von der versammelten Familie über die Oberschenkel gelegt, während die Knie unter dem Tisch gewärmt werden. Im Süden Chinas gibt es keine Heizungen in den Häusern, mit südlich ist alles was südlich des gelben Flusses liegt gemeint. Ich lebe in der südlichsten Provinz Chinas, in der Guangdong Provinz. Die tiefste Temperatur liegt dort im Winter so um die +4°C. In der nördlich benachbarten Hunan Provinz, liegen die Temperaturen im Winter unter dem Nullpunkt. Dieser Umstand lässt die Menschen sich entweder um einen solchen Tisch versammeln oder sich möglichst an einem anderen warmen Ort im Haus aufhalten. Der zweite warme Ort im Haus ist das Bett. Ein Bett ohne Matratze und Lattenrost, mit Holzbrettern und einer Decke zum Draufliegen und zwei Decken um sich zuzudecken. Gekocht wird auf einem Ofen, der mit besonders geformten Kohlebrikets betrieben wird. Diese sind rund wie eine Dose mit Löchern in der Längsrichtung. In einem Ofen, der rohrförmig aufgebaut ist, haben 4 solcher Brikets übereinander Platz, wobei die Löcher die Wirkung eines Kamins haben und Luft von unten nach oben steigen kann. Die Feuerung wird so mit mehr oder weniger Luft von unten geregelt und bringt genug Hitze für einen Wok. Mit einer speziellen Zange können die Briketts aus dem Ofen geholt werden und durch neue Brikets ersetzt werden. Die alten Brikets kommen stets nach unten und die Neuen werden oben auf gestapelt. Das Dorf mit den terrassenförmigen Reisfelden. In dem Heimatdorf meiner Freundin gibt es auch einen Arzt den wir besucht haben und Einblick in seine Dorfapotheke nehmen durften. Wir wurden sehr herzlich von ihm, seinem Sohn und dessen Frau willkommen geheißen und natürlich auch zu einem Tee an einen von unten beheizten Tisch geladen. Ich war der erste Ausländer, der dieses Dorf besuchte, dementsprechend war natürlich die Neugier groß und ich musste viele Fragen zu meiner Heimat beantworten. Was mich sichtlich überraschte war, das an einer Wand im Haus des Arztes ein Poster des deutschen Schuhlsegelschiff, der Gorch Fock hing. Noch ein paar Impressionen aus dem winterlichen Dorf... Am 5. Tag des neuen chinesischen Jahres sind wir dann wieder zurück in die Guangdong Provinz gefahren, obwohl dieser Tag ein guter Reisetag im neuen Jahr ist, waren dann doch noch nicht so viele Chinesen bereit ihre Familien und den Heimatort zu verlassen. Nach einer 15 stündigen Rückreise konnten wir dann wieder in unserem weichen Bett schlafen, ein für europäsche Verhältnisse normales Bad mit Toilette, Dusche und fließend kalt und warm Wasser genießen und uns auf ordentlichen Strassen fortbewegen. Dieses Erlebnis hat mir viele neue Facetten im Leben gezeigt, aber besonders klar gemacht, wie gut es uns geht und welch ein Luxusleben wir trotz für uns normaler Verhältnisse führen. Aber es hat mich auch im Verständnis meinen Mitmenschen gegenüber noch ein wesentliches Stück näher gebracht, ich kenne jetzt ihre Vergangenheit, die hier nicht nur kurze 20 Jahre zurück liegt, sondern immer noch das gegenwärtige alltägliche Leben vieler Menschen darstellt. Es hat mich gelehrt bescheidener zu sein!
  14. 9+1=0 Eine komische Rechnung? Falsch? Nein, ein Ergebnis eines chinesischen Festes. Nicht irgendeines chinesischen Festes, sondern das wichtigste chinesische Fest im chinesischen Jahr, in etwa so, als wenn bei uns Weihnachten, Silvester und Ostern auf einen Tag fallen. Chinese New Year oder auch das chinesische Frühlingsfest Ein Fest, das einen Tag vor dem ersten Neumond im neuen chinesischen Mondjahr beginnt und nach der Wichtigkeit eine längere Dauer hat als alle anderen Feste, meistens wird es bis zum nächsten Vollmond gefeiert. Alle Chinesen wollen dann Zuhause, in ihrer Heimat sein, daher steigen Ticketpreise sprunghaft im gegensätzlichen Verhältnis an, wie freie Plätze schlagarteig ausgebucht sind. HALT! Ich schrieb alle Chinesen? Nein, das stimmt nicht. Heute hatte ich ein Gespräch am Mittagstisch mit einem Chef einer Fabrik, er möchte nicht in seine Heimat reisen und auch nicht Zuhause sein, er wird dieses Jahr nach Südafrika und Kanada reisen. Warum? Das ist des Rätsel Lösung, oder die Auflösung der Ungleichung 9+1=0... ...Mr. Peng erzählte mir, er sei vor vier Jahren nach langer Zeit, weil er immer so beschäftigt war, zum Frühlingsfest in seine Heimat gefahren. In China ist es Sitte zum Frühlingsfest kleine oder auch mal große Geschenke zu machen, so wie wir es von Weihnachten kennen. Nein, so wie wir es kennen ist es natürlich nicht, ich spreche von China, nicht von Deutschland. In China ist es üblich Geschenke in Form von "Hong Bao" zu machen, das sind kleine rote Umschläge, die Geld enthalten und überall immer wieder gerne in China Verwendung finden und lieber genommen als gegeben werden (mit den Mondkuchen ist es genau umgekehrt). Diese roten Umschläge können von einem Yuan bis zu mehreren tausend Yuan enthalten. Mein Freund Herr Peng reiste also nun in seine Heimatstadt in der Hunan Provinz, etwa 80 km von der Provinzhauptstadt ChangSha entfernt, eine ländlich dörfliche Gegend. Alle Dorfbewohner kamen nun zum Haus seiner Eltern um den lange nicht gesehenen Sohn der Familie zu begrüßen - eine freundliche Geste? Nicht im Geringsten, wie ich schon sagte, ich spreche von China. Nein, sie wussten der Sohn der Familie Peng ist ein reicher und erfolgreicher Fabrikbesitzer geworden und erwarteten bei der Begrüßung mindestens einen gefüllten "Hong Bao" in die Hand gedrückt zu bekommen. Die Spitze des Eisberges war dann eine Einladung des Bürgermeisters zum Abendessen, das mit einem Vortrag endete, was in dem Dorf alles geplant sei, von der Reperatur einiger Strassen, bis hin zum Neubau eines Rathauses --- natürlich mit der Bitte an den reichen Sohn des Dorfes, eine gesegnete Spende für die Umsetzung der wichtigen Vorhaben zu hinterlassen. Seit dem verreist mein Freund lieber in andere Regionen, am Besten entgegengesetzt seines Heimatdorfes oder er lädt seine Eltern zu sich nach Hause ein. Ach ja - die Auflösung der Ungleichung steht noch an. Nun, warum ist Neun plus Eins gleich Null? An zwei Händen abgezählt, bekommen neun Leute einen roten Geldumschlag und Einer bekommt keinen, dann ist er beleidigt und erzählt den anderen Neun solange schlechte Geschichten über den Verteiler der Hong Bao's, das es hinterher erscheint als habe er Null Hong Bao's verteilt.
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